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Die Kindertagesbetreuung ist derzeit in aller Munde. Als Vater weiß ich: nichts ist für Eltern herausfordernder, als wenn die Kita spontan ausfällt und man schnell für eine Ersatzbetreuung sorgen muss. Verlässlichkeit und eine ausreichende Personaldecke sind essenziell.
Deshalb investieren wir weiterhin massiv in die frühkindliche Bildung. 6,2 Milliarden Euro fließen dieses Jahr aus dem Landeshaushalt in diesen Bereich – nie zuvor waren es mehr! Im nächsten Jahr werden es noch mehr Mittel: 420 Millionen Euro zusätzlich für starke Kitas und bessere Bildungschancen.
Nach intensiven Gesprächen mit Eltern, Kommunen, Trägern und Gewerkschaften haben wir die Reform des Kinderbildungsgesetzes an mehreren Stellen überarbeitet. Im Mittelpunkt stehen fünf zentrale Verbesserungen:
1. Kern- und Randzeiten
Ein zentrales Anliegen ist es, den Alltag in den Kitas verlässlicher und gleichzeitig flexibler zu gestalten. Dazu gehört insbesondere die Neuregelung von Kern- und Randzeiten. Die Mindestkernzeit wird von 25 auf 35 Stunden pro Woche angehoben. Gleichzeitig erhalten die Träger mehr Spielraum bei der konkreten Ausgestaltung über die Woche hinweg. Wichtig ist dabei: Die bestehenden Qualitätsstandards bleiben erhalten, und auch außerhalb der Kernzeiten ist weiterhin qualifiziertes Personal im Einsatz.
2. Sprachbildung
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der Sprachbildung. Hier investieren wir gezielt zusätzlich: Für die Sprachbildung sind rund weitere 50 Millionen Euro zusätzlich, davon etwa 46,5 Millionen Euro für plusKITAs. Hinzu kommen Mittel für eine App, Online-Schulungen, einen Sprachbildungskoffer und eine Werbekampagne für akademisches Personal.
3. Kita-Helfer
Auch die Entlastung der Teams vor Ort verbessern wir spürbar. Das Kita-Helfer-Programm soll auf alle Einrichtungen ausgeweitet werden. Dafür sind weitere 37,2 Millionen Euro vorgesehen. Die Förderung soll pauschal 16.200 Euro jährlich pro Einrichtung betragen. Davon könnten rund 800 weitere Kitas profitieren.
4. Überbelegung
Gleichzeitig schaffen wir mehr Handlungsspielraum für kurzfristige Herausforderungen. In klar begrenztem Rahmen ermöglichen wir mehr Flexibilität bei den Gruppengrößen, etwa um auf personelle Engpässe reagieren zu können und Schließungen zu vermeiden. Dabei bleibt es selbstverständlich bei klaren Grenzen und dem Anspruch, die Qualität der Betreuung zu sichern.
5. Ausbildungs- und Personaloffensive
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Gewinnung von Fachkräften. Deshalb investieren wir gezielt in die Ausbildung und stellen nun insgesamt 68 Millionen Euro für die Ausbildungs- und Personaloffensive bereit. Neben bereits eingeplanten 50 Millionen Euro sollen zusätzliche 18,3 Millionen Euro für die Praxisanleitung und die Begleitung von Auszubildenden bereitgestellt werden. Damit verbessern wir die Rahmenbedingungen und stärken die personelle Basis der Kitas langfristig.
Mit diesen Anpassungen stärken wir die Qualität, Stabilität und Zukunftsfähigkeit der frühkindlichen Bildung in Nordrhein-Westfalen.

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