Nordrhein-Westfalen ist ein starkes Industrieland. Rund 1,2 Millionen Menschen arbeiten hier in der Industrie; gemeinsam mit industrienahen Dienstleistungen erwirtschaftet sie rund 40 Prozent unserer Wertschöpfung. Das ist ein zentraler Pfeiler unseres Wohlstands, unserer Arbeitsplätze und unserer Zukunftsfähigkeit. Hierüber habe am Donnerstag im Rahmen meiner Plenarrede gesprochen.
Besonders die Chemieindustrie spielt dabei eine Schlüsselrolle. Viele Unternehmen in Nordrhein-Westfalen sind Weltspitze – technologisch, innovativ und leistungsfähig. Ohne eine starke Chemieindustrie wird die Transformation hin zu Klimaneutralität nicht gelingen. Sie entwickelt die Materialien, Produkte und Verfahren, die wir für eine nachhaltige Zukunft benötigen. Deshalb ist klar: Nordrhein-Westfalen muss Energie- und Industrieland bleiben.
Gleichzeitig stehen viele Unternehmen unter erheblichem Druck. Zu geringe Auslastung, fehlende Investitionen und der Abbau von Arbeitsplätzen zeigen, wie ernst die Lage ist. Umso wichtiger ist es, jetzt die richtigen wirtschaftspolitischen Weichen zu stellen – national, europäisch und international.
Ein positives Signal ist das kürzlich beschlossene Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien. In Zeiten zunehmender Abschottung ist es ein wichtiger Meilenstein für offene Märkte, resiliente Lieferketten und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie. Auch weitere Abkommen, etwa mit den Mercosur-Staaten, müssen konsequent vorangebracht werden.
Ein zweiter zentraler Faktor bleibt die Energiepolitik. Energie muss für Unternehmen wieder bezahlbar werden. Die Abschaffung der Gasspeicherumlage, Strompreiskompensation, die Senkung der Stromsteuer für energieintensive Betriebe sowie Entlastungen bei den Netzentgelten sind wichtige Schritte in die richtige Richtung. Auch ein Industriestrompreis ist ein notwendiger Baustein zur Sicherung von Produktionsstandorten.
Auf Landesebene setzt die Landesregierung mit dem Chemie- und Raffineriepakt ein starkes Signal. Gemeinsam mit Unternehmen, Verbänden und Gewerkschaften wurde ein klares Bekenntnis zu einer leistungsfähigen, zukunftsfähigen Chemieindustrie abgegeben. Dazu gehören die Weiterentwicklung des Emissionshandels, beschleunigte Genehmigungsverfahren sowie der technologieoffene Hochlauf von Wasserstoff und der Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoffinfrastruktur in Nordrhein-Westfalen.
Unser Ziel ist klar: Gemeinsam mit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wollen wir eine starke, klimaneutrale und zukunftssichere Industrie in Nordrhein-Westfalen gestalten – als Grundlage für Wohlstand und Beschäftigung in unserem Land.

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